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Die Überraschung von Porêc

Foto Porec: Tino Maric

Donnerstag, 14.03.24
Lotti und Malin liegen mit ihrer Trainerin Susi Garling auf der Judomatte. Es ist Pause zwischen den Schnelligkeitsübungen. Vor ihnen liegt eine lange Anreise zum Europa-Cup nach Porec in Kroatien. Es ist ihre erste Chance sich die halbe internationale Norm für das EM-Ticket in Bulgarien zu sichern. Die Nationale Norm haben beiden Kader-Athletinnen mit ihren Erfolgen beim Sichtungsturnier in Holzwickede und der Bronzemedaille bei den Deutschen-Meisterschaften schon in der Tasche. Für die Internationale Norm bedarf es eine Medaille und eine Bestätigung der Leistung mit einer Platzierung bei den zuvor festgelegten Turnieren.

Nun also nach Porêc. Nach 7 Stunden Zwischenstopp in Linz. Für das selbst auserkorene Ziel Europameisterschaftsteilnahme bedarf es ein großes Team. Der Schatzmeister Frank Garling übernimmt die Position des Fahrers.

Freitag, 15.03.24
Trainerin Susi Garling zwingt die zwei zu einem kurzen Lauf. Zu dritt geht es die Donau entlang. Noch ein paar Seilsprungübungen und Kuzushi an den Judoärmeln, dann beginnt die zweite Etappe. Nach weiteren 7 Stunden Ankunft im Hotel. Akkreditierung, Waage, Abendbrot und ab ins Bett. Für die schönste Region Kroatiens Istrien haben alle keinen Blick.

Samstag, 16.03.24
Lottis großer Tag beginnt. Erwärmung mit der Nationalmannschaft. „Belohnt euch für euer hartes Training“, heizt Bundestrainer Christopher Schwarzer den Mädels und Jungs aus Deutschland ein.
Kurz vorm ersten Kampf noch die letzten taktischen Hinweise. Judogi-Kontrolle. Alles passt. Es kann losgehen. Hajime. Lotti hält sich perfekt an die taktische Marschroute und würgt die Italienerin Sofia Guion nach einem misslungenen Seoi-nage Angriffe ab. Ippon nach 22 Sekunden.
Weiter geht’s gegen Dora Letonia die Lokalmatadorin aus Croatien. Lotti siegt nach einer Minute Kampfzeit im Boden mit ihrer Spezialtechnik Sankaku.
Nun das Pool-Finale gegen die starke Brasilianerin Cecilia Silva. Nervenstark gewinnt die Frankfurterin auch ihren dritten Kampf und bringt ihre Gegnerin zweimal zu Fall.
Im Halbfinale fand Lotti gegen die schnelle Italinerin Roberta Zedda noch kein Mittel. Sie bekam keine Ruhe in den Griffkampf und wurde gekontert.
Aber die Chance auf eine Medaille lebte noch. Trainerin Susi Garling zog zum ersten Mal den feinen Zwirn an. Dieser ist in der Finalrunde Pflicht. Ein besonderer Moment für das Sportler-Trainer Gespann. Nach 10 Stunden Wettkampf nun der letzte Kampf. Ihre Gegnerin kam wieder aus Italien. Mit Rachele Moruzzi stand ihr die Dritte der Europameisterschaften von 2023 und Siegerin des Europa-Cups von Koper (Slowenien) gegenüber. Allerdings gewann sie alle Medaillen in der Gewichtsklasse bis 44 kg. Lotti nahm nochmal alle Kräfte zusammen und wusste ihre Chance zu nutzen. Sie warf ihre Gegnerin nach 30 Sekunden Kampfzeit und ging sofort im Boden nach. Souverän löste sie die Beinklammer. Osaekomi! Die Festhalte zählt. Noch 10 Sekunden musste sie ihre Gegnerin festhalten, bevor der Jubel riesengroß wurde. Unter Tränen lagen sie Trainerin und Schützling in den Armen.
Das Frankfurter Eigengewächs sichert sich ihre erste EC-Medaille und die halbe internationale Norm. Damit kommt sie ihrem Traum der Teilnahme an der Europameisterschaft einen großen Schritt näher.

Sonntag, 17.03.2024
Malin Neumann möchte es ihrer Trainingspartnerin gleichtun und startet souverän ins Turnier. Auch Sie gewinnt im ersten Kampf bis 70 kg gegen Dunja Jovicic aus Bosnien Herzegowina. Im zweiten Kampf wartet die hoch aufgeschossene Niederländerin Luna De Kock. Die beiden kämpfen hart um die Position des Obergriffs. Doch Luna hat die Nase vorn. Malin greift aus einer unglücklichen Griffposition an und wird gekontert. Da ihre Gegnerin im Poolfinale gegen die Weltranglisten vierte Nina Muteba aus Frankreich verliert, scheidet Malin aus dem Turnier aus.
Doch die Enttäuschung wehrt nur kurz. Den die Regenerationsphase wurde sofort ausgerufen. Schließlich wartet am kommenden Wochenende die nächste Chance beim Internationalen Thüringen Pokal in Bad Blankenburg auf die Frankfurterinnen. Dort werden auch die JC 90 Fighter Livia Bartz, Charlotte Röder und Jekaterina Bella ins Geschehen eingreifen.

Ein großer Dank, an Frank Garling, an Mari Dottschadis, an das Physiotherapie-Team Reha -Nord und an Arzt Oliver Lodtka sowie dem gesamten Trainerteam.

Ein weiterer Dank geht an Familie Nettesheim und Familie Neumann für das Vertrauen ihre Töchter weiter an der Sportschule Frankfurt (Oder) trainieren zu lassen, bevor es im Sommer für sie zum Bundesstützpunkt nach Potsdam geht.

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