IMG_1957Spannung und Aufregung stand den Youngsters des JC90 ins Gesicht geschrieben, als das Flugzeug auf der Startbahn beschleunigte und wenige Sekunden später in Richtung Lettland abhob. Für viele Kinder und auch einige Elternteile war es die erste Flugreise in ihrem Leben. Es ging nach Riga, zum hochkarätigen internationalen KYODAI Judo-Turnier und einem anschließenden Trainingscamp. 5 Tage blieben die Youngsters dort und kehrten am Ende sogar mit 3 Medaillen wieder zurück an die Oderstadt.

Das Abendteuer Riga begann schon eine Woche zuvor. Denn zum Stadtwerkepokal in Frankfurt (Oder) reiste das lettische KYODAI-Team an und zeigte ihr starkes kämpferisches Geschick. Ähnlich einer Kooperation zwischen den beiden Vereinen, versprach der Judo-Club 90 e.V. im Gegenzug mit einer Delegation der Youngsters zum Turnier nach Riga zu reisen und dieses Versprechen wurde natürlich gehalten. Mit Handgepäck und zwei großen Koffern voll mit den Judo-Anzügen trafen sich Sportler, Eltern und Jugendwart Gregor Wenzel am vergangenen Donnerstag (04.05.) am Frankfurter Bahnhof. Im größten Berufsverkehr ging es im vollenIMG_1520 RE1-Zug Richtung Berlin und von dort weiter zum Flughafen. Spätestens hier, als sie die Flugzeuge sahen, stieg die Aufregung bei den Kindern und auch bei so manchem Elternteil. Bis jetzt ging es zum Wettkampf immer nur per Vereinsbus oder großem Reisebus. Eine Flugreise war eine Premiere. Aber wer hat schon Lust, mind. 13 Stunden nach Riga zu fahren, wenn man in nur 1,5 h Flug da sein kann?! Und so verging die Reise im wahrsten Sinne wie im Flug und schon stand die JC90-Gruppe vor dem Flughafen in Riga, wo sie von den Trainern des KYODAI Riga abgeholt wurden. Es war ein freudiges Wiedersehen, nicht nur weil man sich vom Stadtwerketurnier in Ffo bereits kannte, sondern auch weil Aigars Milenbergs ein alter Bekannter ist. Er startete zwei Jahre lang für den Judo-Club 90 in der ersten Bundesliga und war von Anfang an begeistert von dieser „Wettkampf-Kooperation“.
IMG_1673Nach dem Check-In im Hotel, machte sich die JC90-Delegation auf in Richtung Altstadt, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde und mit ihren kleinen Gassen und Jugendstilbauten wirklich sehenswert ist. Eine Bootstour auf der Düna und Bogenschießen im Schatten der Petrikirche rundeten den ersten Tag in Riga perfekt ab. Am Folgetage stand der Vormittag zur freien Verfügung, wobei es die Meisten natürlich wieder in die schöne Altstadt lockte. Am Freitagnachmittag kam dann endlich auch Judo-Feeling auf. Die Youngsters nutzten die Möglichkeit und führten in der großen Wettkampfhalle eine Trainingseinheit durch. Hier wurden nochmal die etwas härteren Kampregeln durchgegangen und die Sportler sollten ein Gefühl für die Wettkampfmatten bekommen. Während dieser Trainingseinheit füllte sich die Halle immer mehr und schon bald schauten Sportler und Eltern unterschiedlichster Nationen unseren Frankfurtern beim Training zu, denn alle warteten auf das anschließende offizielle Wiegen der Sportler. Als auch das erledigt war, ging es relativ früh für die Kinder ins Bett. Schließlich wollten alle für den Wettkampf am nächsten Tag fit sein. Das Hotel war an diesem Wochenende ganz in den Händen der Judoka. Neben den Frankfurtern, schliefen auch die Teams aus Russland, Niederlande, Norwegen und Kasachstan dort. Während die Kinder schon im Bett lagen, trafen sich die Eltern und der Trainer im Speisesaal, um den Tag mit unterschiedlichen Kartenspielen ausklingen zu lassen. Darin und in lustigen Gesprächen vertieft, verabschiedeten sich die Letzten dann erst nachts um 2.30 Uhr in Richtung Zimmer.
Nur wenige Stunden später und mit etwas Müdigkeit im Gesicht, sahen sich alle beim Frühstück wieder. Schließlich musste sich für den Wettkampf gestärkt werden. Der 5- minütige Sparziergang zur Wettkampfhalle machte wach und lockerte gleichzeitig die Beine. In der Sportarena war schon reges Treiben. Die Flaggen von den 16 teilnehmenden Nationen, die insgesamt ca. 1000 Sportler auf die MatteIMG_1828 schickten, hingen zentral über dem Kampfrichtertischen. Die Erwärmung begann und schon bald sah man kaum noch eine Judomatte, so viele Sportler tummelten sich auf ihr. Fast pünktlich begann mit der Nationalhymne von Lettland der Wettkampf. Knapp 40 Teilnehmer waren in manchen Gewichtsklassen vertreten. Deshalb gab es keine klassische Trostrunde, in der jeder Verlierer nochmal die Chance bekam, sondern nur derjenige, der gegen den Gewinner des Listen-Pools verlor, bekam eine zweite Chance. Es ging also von Anfang an um alles oder nichts. Wie erwartet, wurde es für unsere zum Teil noch sehr jungen Frankfurter ein sehr harter Wettkampf und viele mussten sich gegen den aggressiven Kampfstil der Osteuropäer geschlagen geben. So mussten Maximilian Scholz (-35 kg), Tobias Minack (erstmals -46 kg), Anni Schütze (-36 kg) und Nick Schwenk (+55kg) noch ordentlich Lehrgeld zahlen. Ein Hoffnungsschimmer zeigte sich aber bei Fynn Lobback (-38 kg). Er hielt gegen seinen Kontrahenten sehr stark gegen und zeigte gute Angriffe. Leider schaffte er es in den 2 Minuten Kampfzeit nicht, den Rückstand von einer Wertung aufzuholen und verpasste so die nächste Runde. In der Gewichtsklasse -32 kg schickte der JC90 gleich zwei Sportlerinnen auf die Matte. Die junge Charlotte Nettesheim machte den Anfang und lag schnell mit IMG_1838Wertungen und Bestrafungen zurück. Doch „Lotti“ bewies, dass sie kämpferisch zu sehr starken Leistungen fähig ist. Mit etwas Wut im Bauch gab sie in den letzten 30 Sekunden nochmal Vollgas und schaffte es tatsächlich, die deutlich erfahrenere Lettin mit einer blitzsauberen Eindrehtechnik voll auf den Rücken zu werfen. Riesen Jubel von allen Eltern, ihrem Trainer und den Kindern hallte als Folge durch die Halle. Auch ihre Trainingspartnerin Hedwig Werner bewies Kampfgeist und bezwang nach einer Auftaktniederlage ihre zweite Kontrahentin mit einer Festhalte. Sowohl „Hedi“ als auch „Lotti“ zeigten weitere gute Kämpfe und trafen am Ende im Kampf um Platz 3 auf der Tatami. Das Gute daran: Eine von beiden hatte eine Medaille sicher. Der Nachteil: Eine Sportlerin ging leer aus. Die JC90-Sportlerinnen nahmen sich nichts. Beide griffen beherzt an. Am Ende konnte die etwas erfahrenere Hedwig Werner aber einen Angriff von „Lotti“ im Boden übernehmen und gewann den Kampf mit einer Festhalte. Riesen Freude auf der einen, bittere Tränen auf der anderen Seite. Am Ende hätten sich beide Kämpferinnen die Bronze-Medaille verdient. Aber im Sport gibt es nun mal Gewinner und Verlierer und an diesem Tag konnte „Hedi“ sich über die große Bronze-Medaille freuen. Aber auch „Lotti“ kann sehr stolz auf die gezeigt Leistung sein. Sie zeigte in ihrem ersten Kampf den vielleicht tollsten Wurf des Tages. Große Hoffnungen ruhten auch auf Schwergewicht Lucas Deutschländer (+55kg), der durch seine Goldmedaille beim Frankfurter Stadtwerketurnier bereits bewies, dass er in guter Verfassung ist. Nach einem FL-Sieg, verlor er leider seinen Kampf, rutschte aber in die Trostrunde. Aber auch hier gab es keine leichten Gegner. So lag Lucas im nächsten Kampf schnell mit zwei Wertungen hinten. „Alles oder nichts!“ forderte sein Trainer Gregor Wenzel nun von ihm und heizte ihn, zusammen mit den Eltern und Trainingspartnern, zu Höchstleistung an. Und es wurde belohnt. Lucas schaffte es nicht nur, die zwei Wertungen aufzuholen, sondern ging sogar mit einer weiteren Wertung in Führung, die er über die Kampfzeit retten konnte. Eine sehr starke Kampfleistung von Lucas, auf die er stolz sein konnte. Doch Lucas wollte mehr und bekamIMG_1859 mehr. Im kleinen Finale stand ihm ein bekannter Gegner aus Litauen gegenüber. Im vergangenen Jahr verlor er gegen ihn beim Wettkampf in Venray/NL. Nun wollte es Lucas Deutschländer besser machen und das gelang ihm. Mit einem schnellen Tani-otoshi konterte er den Angriff seines Gegners und ging als verdienter Sieger der Bronze-Medaille und unter großem Beifall der Zuschauer von der Matte. Am späteren Nachmittag schickte der JC90 in der Altersklasse U14 dann noch Swaantje Werner (-48 kg) auf die Matte. Nachdem ihre jüngere Schwester Hedwig nun schon Bronze erkämpft hatte, liebäugelte sie natürlich auch mit einer solch schönen Medaille. Swaantje kämpfte sehr bissig und machte es ihren Gegnerinnen sehr schwer. Am Ende standen Siege und Niederlagen auf ihrem Konto, aber es reichte für Bronze! Ein großes Lob kann IMG_1883sich auch der U10-Sportler Dominik Kiefert(-28kg) eintragen. Der erst 7jährige Weißgelb-Gurt bekam es mit einem deutlich erfahreneren Orange-Gurt zu tun. Doch Dominik ging wie gewohnt ohne Angst und mit viel Mut in den Kampf und griff beherzt an. Sein Gegner hatte ordentlich zu kämpfen und erst kurz vor Schluss schaffte er es, den jungen Frankfurter zu werfen. Trainer und Sportler fieberten anschließend mit Dominiks Gegner mit. Dieser musste noch 3 weitere Kämpfe für sich entscheiden, damit der JC90-Youngster in die Trostrunde käme. Nach zwei Siegen scheiterte dieser aber leider in der letzten Sekunde durch eine Ansammlung von Strafen am dritten Gegner wodurch der Traum von der Trostrunde für Dominik vorbei war. Dass sein Gegner aber so weit kam, zeigte, wie stark dieser war und wie stolz Dominik auf seine gezeigte Leistung sein konnte.
Den Sonntagnachmittag nutzten die Youngsters dann für einen Ausflug an die Ostsee bzw. in den Aquapark. Abends ließen alle bei einem gemeinsamen Pizza-Essen den Wettkampftag Review passieren. „Die Kinder bewiesen Mut und zeigten Kampfgeist. Niemand von uns hat im Voraus erwartet, dass wir bei so einem starken Turnier mit Medaillen die Wettkampfhalle verlassen. Nun sind es sogar drei Bronzene geworden. Die jungen Sportler können auf ihre Leistung sehr stolz sein und werden von dieser Erfahrung noch lange profitieren.“ fasste Trainer Gregor Wenzel es zusammen.
Doch die Judo-Fahrt in Riga war nach dem Wettkampf noch lange nicht vorbei. Am Montag standen zwei Trainingseinheiten à 2 Stunden auf dem Programm. Gemeinsam mit den Sportlern der IMG_1929unterschiedlichsten Nationen wurde im Technikbereich trainiert und natürlich auch gekämpft. Besonders beim Letzteren ging es nochmals hart zur Sache und die Youngsters mussten zum Teil ordentlich die Zähne zusammenbeißen. Fix und fertig verließen sie nach dem Training die Halle. Ein letztes gemeinsames Abendessen und der Besuch des Jump-Houses rundete die Wettkampfreise ab. Am Dienstag erreichten unsere Youngsters nach erneuten 1,5 h Flug wieder Berlin und wenig später waren alle wieder zu Hause und berichteten den Familienmitgliedern voller Begeisterung von der Reise.

Ergebnisse
Bronze: Hedwig Werner (U12, -32 kg), Swaantje Werner (U14, -48 kg), Lucas Deutschländer (U12, +55 kg)
5. Platz: Charlotte Nettesheim (U12, -32 kg)

 

Termine

Es gibt keine bevorstehenden Veranstaltungen.

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