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Mit neuen T-Shirts und Teilnehmer-Ausweisen geht die Reise los!

38 Nationen, über 300 angemeldete Vereine und 1400 Teilnehmer – Im niederländischen Venray fand am Wochenende (30./31.05.) das größte Nachwuchsturnier Europas statt, das schon innerhalb einer Woche nach Anmelde-Start komplett ausgebucht war.
Unsere Youngsters des Judo-Club 90 Frankfurt (Oder) e.V. hatten Glück und konnten sich dank rechtzeitiger Anmeldung genügend Startplätze für diesen Wettkampf sichern, bei dem neben Europäischen Teams, sogar Vereine aus Indien, V.A.E. und den USA am Start waren.
Schon einige Wochen vor Turnier-Start fing eine besondere Vorbereitung für unsere Frankfurter Sportler an, denn in Holland wird mit anderen, internationalen Regeln gekämpft, an die sich die deutschen Judoka erst einmal gewöhnen mussten.

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Lennart unser Bus-Fahrer

Am Freitag (29.05.) war es dann endlich soweit. Pünktlich um 7 Uhr fuhr der große Reise-Bus auf das Gelände des Frankfurter Olympia-Stützpunktes vor. Die jungen Judoka konnten sich gleich doppelt freuen. Nicht nur, dass sie wegen der langen Anreise von der Schule freigestellt wurden. Sie erhielten vor der Abreise auch noch ein frisch bedrucktes „Holland-Fahrt“-Shirt, sowie einen personalisierten Teilnehmer-Ausweis und ihr eigenes Reise-Heft mit Infos, Spielen und Rätseln. Nach staufreien 8h Fahrt, inklusive einiger Zwischenstopps, erreichte die JC90-Delegation das Hotel in Willich (NRW). Doch der Aufenthalt war nur von kurzer Dauer, denn es ging sofort weiter zur 65km entfernten Wettkampfhalle nach Venray. Dort fand das offizielle Wiegen der Sportler statt. Während der etwas längeren Wartezeit an der Waage, wurden bereits erste Vereins-Freundschaften geschlossen. Mit einem Trainer aus Griechenland gab es ein Gespräch über gemeinsame Trainingslager und Wettkämpfe. Dank Austausch der Visitenkarten, werden wir in Kontakt bleiben.

Nach dem Wiegen wurden dann die knurrenden Mägen in einem kleines Restaurant reichlich gefüllt, bevor es zurück ins Hotel ging und für die Kinder ab ins Bett. Schließlich sollten alle am nächsten Tag fit sein, für die Kämpfe. Trainer und Eltern ließen den Abend noch gemeinsam in gemütlicher Runde ausklingen.
Nach einem ordentlichen Hotel-Frühstück setzte sich Samstag dann der Reisebus wieder in Richtung Venray in Bewegung. Jeden Kilometer, den der Bus der Judo-Halle näher kam, stieg die Aufregung – nicht nur bei den Kindern. Auch die Erwachsenen waren gespannt, wie der Tag verlaufen und ob organisatorisch alles klappen wird. Das Motto für unsere jungen Frankfurter glich dem Olympischen Gedanken: „Teilnahme ist alles und eine einzige Medaille zwar ein großer Wunsch, aber auch eine Sensation.“ Dem Trainer-Team Susi Zimmermann & Gregor Wenzel ging es vorrangig darum, dass die Sportler Erfahrungen sammeln und die Chance bekommen, an einem so riesigen Turnier teilzunehmen. Außerdem sollte durch die gemeinsame Fahrt der Zusammenhalt noch mehr gestärkt werden.

Erwärmung ist im vollen Gange

Erwärmung ist im vollen Gange

Besonders die Kinder staunten nicht schlecht, als sie die Wettkampfhalle betraten und die riesige Wettkampffläche mit 8 großen Judo-Matten sahen. Sofort begann die Erwärmung und die zum Teil erst 7-jährigen Frankfurter fanden sich innerhalb weniger Sekunden zwischen Teams verschiedenster Nationen wieder. Die mitgereisten Eltern konnten ihre Schützlinge von der Tribüne aus beobachten, denn zur Wettkampffläche hatten nur Trainer und Sportler Zugang.
Pünktlich um 9.30 Uhr wurde das 41. Internationale Judo Turnier in Venray eröffnet und die ersten Kämpfe der Altersklasse U10 begannen. Unser aktueller Süd-Ost Brandenburger Meister Lenny Seifert hatte in seiner Gewichtsklasse -24kg gleich den ersten Kampf. Hier stand ihm ein Niederländer gegenüber. Lenny zeigte von Beginn an, dass er hellwach und gefährlich ist. Kurz nach Kampfbeginn konnte er bereits eine große Wertung durch eine tolle Wurfkombination erzielen. Aber auch sein Gegner kämpfte aggressiv und sorgte für einige gefährliche Aktionen, denen Lenny aber im letzten Moment noch entgehen konnte. Mit einer erneuten Kombination von Eindrehtechnik und Fußwurf machte Lenny den Sack zu und erzielte mit viel Jubel von der Tribüne den ersten Sieg für die Frankfurter. Dank eines Freiloses stand Lenny nun bereits im Halbfinale. Auch hier machte er tolle Angriffe mit seiner Spezialtechnik. Doch kurz vor Kampfende wurde ein erneuter Angriff von seinem Gegner spektakulär gekontert, wodurch Lenny verlor und die sichere Sensation einer Medaille erst einmal aus der Hand gab.

Final-Halle

Final-Halle

Bronze-Medaille oder 5. Platz – das hing von dem letzten Kampf ab. Dieser wurde, wie alle Medaillen-Kämpfe, in einer separaten „Final-Halle“ durchgeführt.
Die abgedunkelte Halle, in der allein die Mattenfläche beleuchtet war, jeder Kampf mit Musik und Licht-Show eröffnet wurde und es eine große Live-Übertragungs-Leinwand gab, sorgte für eine unglaubliche Atmosphäre und auch etwas mehr Aufregung bei den Kämpfern. Doch Lenny ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. Mit vielen guten Angriffen hatte er seinen Gegner stets unter Kontrolle und erzielte kurz vor Kampfende die entscheidende Wertung. Trainer und Eltern konnten es nicht fassen – Lenny Seifert schaffte tatsächlich die Sensation und holte eine Bronze-Medaille für den Judo-Club 90 Frankfurt (Oder)!
In der Haupthalle waren die Wettkämpfe im vollen Gange. Mit Hedwig Werner, Samira van Boekel und Josie Karras schickte der JC90 in der Gewichtsklasse -25kg gleich drei Sportlerinnen ins Rennen. Das Trio startete sehr gut ins Turnier. Samira gewann mit toller kämpferischer Leistung zwei Kämpfe, verpasste aber nach der zweiten Niederlage das kleine Finale und landete auf einen tollen 7. Platz, auf den die noch junge Sportlerin sehr stolz sein kann. „Hedi“ und Josie sorgten für riesen Jubel, denn nach zwei Siegen und nur einer Niederlage auf dem Zettel, standen sich beide in der Final-Halle im Kampf um Platz 3 gegenüber. Für die JC90-Delegation war das nun die zweite Sensation, denn sie brachten mit Sicherheit eine weitere Bronze-Medaille mit an die Oder-Stadt. Das Trainer-Team konnte sich entspannt den Kampf zwischen den beiden Kämpferinnen ansehen, den die erfahrenere Hedwig Werner am Ende für sich entschied und sich über die riesige Bronze-Medaille freuen konnte.
Fynn Lobback (-30kg), einer der stärksten und technisch besten Kämpfer in den Reihen der JC90-Youngsters, erwischte eine der stärksten Gewichtsklassen dieser Altersklasse. Im ersten Kampf zeigte Fynn, dass das vorherige Lob vollkommen gerechtfertigt war. Mit vielen verschiedenen Techniken brachte Fynn seinen Gegner zum wackeln, bevor er ihn mit einem blitzsauberen Innenschenkelwurf mit vollem Punkt von der Matte schickte. Auch in den nächsten beiden Kämpfen zeigte Fynn gute Angriffe. DSC_0022Doch leider fehlte stets der letzte Tick, der seine Gegner zum Fallen hätte bringen können. Im Gegenzug nutzten seine Gegner die vielen Angriffe aus, um den Frankfurter Sportler zu kontern, was Fynn letztendlich beide Siege kostete. Fynn kann trotzdem stolz auf seine kämpferische Leistung und den erzielten 7. Platz sein. In der Gewichtsklasse -36kg kämpfte Emma-Sophie Syring für den JC90. Auch sie zeigte, dass sich das viele Training gelohnt hat, denn in ihren ersten beiden Kämpfe konnte Emma souverän durch Würfe und Festhalte gewinnen. Zwei starke Kontrahentinnen aus Tschechien und Lettland musste sich Emma dann geschlagen geben. Da in dieser Gewichtsklasse im Poolsystem, also jeder gegen jeden, gekämpft wurde, mussten nun die Unterpunkte gezählt werden, um die Platzierungen zu bestimmen. Gespannt standen Emma, Trainer und Eltern am Ende bei der Siegerehrung, in der Hoffnung, dass es vielleicht für eine Medaille gereicht hat. Und tatsächlich! Dank der zwei gewonnen Kämpfe, landete Emma auf Rang drei und holte gleichzeitig die dritte Medaille für die Frankfurter! Einen ähnlichen Kampfverlauf zeigte Leni Löffler in ihrer Gewichtsklasse -29kg. Auch sie ging bei ihren ersten beiden Kämpfen als Siegerin von der Matte. Das Trainer-Team konnte es kaum glauben, als sie am Ende auf Platz 3 landete und eine weitere Medaille zum guten Ergebnis beisteuerte. Für Maximilian Scholz und Moritz Kämmer, die beiden jüngsten in den Reihen der Frankfurter, hieß es Erfahrung sammeln. Beide sahen sich in ihrer Gewichtsklasse -27kg deutlich erfahreneren Gegnern gegenüber. Ein großes Lob für ihren Mut, den sie bei ihren Kämpfen aufbrachten, auch wenn es am Ende für keinen Sieg gereicht hat. Wenn beide weiter fleißig trainieren, sieht`s im nächsten Jahr bestimmt anders aus!
Unsere schweren Jungs (+42kg) Nick Schwenk und Lucas Deutschländer, der, wie sich später herausstellte, mit gebrochenen Arm kämpfte – toller Kampfgeist und gute Besserung -, standen sich am Ende im kleinen Finale gegenüber. Hier wollte sich keinen von beiden so schnell geschlagen geben. Die Entscheidung mussten daher die Kampfrichter fällen.. Dank einem Hauch mehr Offensive, wurde der Sieg Lucas zugeschrieben. Mit großer Freude feierte er den Gewinn seiner Bronze-Medaille. Nick landete so auf Rang 5. Swaante Werner (-40kg) und Sarah-Michelle-Kantwerk (-48kg) sahen sich beide deutlich erfahreneren Gegnerinnen gegenüber und mussten mit Techniken zurechtkommen, die ihnen noch weitgehend unbekannt sind. Beide gaben ihr Bestes und machten es den Gegnerinnen so schwer wie möglich. Am Ende reicht es aber nur zur Erfahrungssammlung.
Für die größte Sensation des Tages sorgte Arved Hagen Hein (-42kg). Er stand sofort im Finale und traf dort auf starken Judoka aus Tschechien. Nach holländischen Regeln wird in diesem Fall im Finale aber nach einem „Best of Three“ gekämpft. Also 3 Kämpfe und wer zweimal gewinnt hat die Goldmedaille. Arved standen also drei schwere Kämpfe bevor. Im ersten Kampf nutzte er die Regel des um den Kopf fassens, was in Deutschland verboten ist, gut aus und kontrollierte seinen Gegner. Mit mehreren Hüftwürfen konnte Arved Wertungen erzielen und damit den ersten Kampf für sich entscheiden und seinen Gegner unter Druck setzen. Im zweiten Kampf blieb Arved seiner Linie leider nicht treu. Immer wieder verlor er seinen Griff und ließ seinen Gegner zu Angriffen kommen, der letztendlich auch damit erfolgreich war und den zweiten Kampf gewann. Damit stand es 1 zu 1 und der letzte Kampf entpuppte sich als echtes spannendes Finale. Wieder hatte Arved Schwierigkeiten, seinen Griff durchzusetzen. Erst in den letzten Sekunden gelang ihm der entscheidende Angriff und somit der Sieg. Damit schaffte er das Unglaubliche und holte zum Jubel des gesamten Teams Gold und erweiterte die Frankfurter Medaillen-Sammlung.
Mit dem olympischen Gedanken angereist und am Ende 6 x Edelmetall im Gepäck – damit hatte nun wirklich keiner gerechnet.
Beide Trainer sind mega stolz auf euch alle.
Bedanken möchten wir uns natürlich noch beim Busfahrer, der uns die viiiielen Kilometer sicher chauffierte.DSC_0158

Termine

Es gibt keine bevorstehenden Veranstaltungen.

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