img_0024Bronze bei Vereinsmeisterschaft im Judo

Am Samstag fand mit den Deutschen Vereins-Mannschafts-Meisterschaften der letzte Höhepunkt des Jahres für die unter 18-Jährigen in der Brandenburghalle im Judo statt. Nach der Bronzemedaille 2013, den Titeln 2014 und 2015, wollte auch dieses Jahr der Stützpunkttragende Verein des Olympiastützpunktes Frankfurt (Oder) wieder um die Podiumsplätze mitkämpfen. Allerdings konnte nicht das volle Potenzial der Sportschule genutzt werden. Wie im Vorjahr blieb die Gewichtsklasse über 81 kg unbesetzt und in der untersten Klasse bis 50 kg muss der erst 14 Jährige Oliver Leistner aus Vetschau gegen die bis zu 3 Jahre älteren Gegner aushelfen.
„Wir haben es im letzten Jahr sensationell geschafft, zum widerholten Mal den Titel an die Oder zu holen und dürfen dadurch heute vor heimischem Publikum kämpfen. Es liegt eine schwere Aufgabe vor uns, aber die Jungs sind gut trainiert und freuen sich auf die Herausforderung.“ So der Lehrertrainer der Sportschule Michael Rex vor den Meisterschaften über sein Team.
Wie schwer es wird, zeigte sich gleich beim ersten Blick auf die Auslosung. Im ersten Kampf stand dem JC90 kein geringerer als der Gruppensieger aus Bayern, der TSV Abensberg, gegenüber. Diese Begegnung ist den Frankfurtern noch aus vielen Kämpfen in der Judobundesliga bekannt und wird gleich wegweisend für den Turnierverlauf sein. „Beim letzten Aufeinandertreffen im Bundesligafinale 2007 in der Brandenburghalle verloren wir nach einem Unentschieden nur mit Unterpunkten und mussten nach einem dramatischen Verlauf den Titel dann doch noch abgeben.“ Erinnert sich Adrian Markov schmerzhaft vor dem heutigen Kampf. Und genau so dramatisch ging es dann auch los. Nach den ersten drei Kämpfen lagen die Sportschüler der JC90-Mannschaft bereits mit 0:3 im Rückstand und mussten nun die restlichen 4 Kämpfe allesamt gewinnen, um nicht vorzeitig im Titeltrennen auszuscheiden. Nach Siegen von Jannik Bölke, Luc Meyer und Elias Pracht lag es nun am jungen Oliver Leistner die Mannschaft doch noch zum Sieg zu führen. Durch eine gelungen Aktion im Stand und anschließendem Hebel im Boden, ging auch der letzte Kampf an den Frankfurter Judoclub und so zogen die Oderstätter mit 4:3 in die nächste Runde ein.
„Die Situation war nicht einfach, aber als Einheit konnten wir den Kampf noch drehen.“ So Markov über die klasse Teamleistung.
Nach diesem Weckruf konnte die Mannschaft im nächsten Kampf gegen die Kampfgemeinschaft aus Wiesbaden/Bürstadt mit 4:3 überzeugen. Vor allem Luc Meyer, der zum wiederholten Mal als Gaststarter für Frankfurt auf die Matte ging, musste über seine Schmerzgrenze gehen. Im Kampf zuvor zog er sich eine Prellung der Halswirbelsäule zu und der weitere Einsatz im Turnierverlauf war fraglich. Aber dank der physiotherapeutischen Betreuung durch Oliver Lodtka, dem auf diesem Weg nochmal ein großer Dank ausgesprochen werden muss, und dem Kampfgeist von Luc blieben die Frankfurter im Rennen um die Medaillen.
Im Halbfinale wartete mit dem UJKC Potsdam ein weiterer brandenburgischer Verein mit Titelambitionen. Diese Begegnung war das Finale des letzten Jahres, in dem sich der JC90 sehr knapp und mit spannenden Kämpfen am Ende den Titel sichern konnte. Schnell zeigte sich, dass die Begegnung durch Kleinigkeiten entschieden wird und das der UJKC an diesem Tag die bessere Mannschaft zusammen hat. In teils unglücklichen Kämpfen ging ein Punkt nach dem anderen an die Potsdamer und einzig Luc Meyer konnte seinen Kampf gewinnen. „Das Ergebnis von 1:6 fiel sicherlich zu deutlich aus, aber Potsdam hat heut den Sieg verdient.“ So Trainer Rex am Ende. Zu allem Unglück wurde auch noch der Kapitän der Mannschaft Felix Exner disqualifiziert, was einen weiteren Einsatz im wichtigen Kampf um den 3. Platz unmöglich machte.
Dort musste sich der Judo-Club 90 mit der nächsten starken Mannschaft aus Bayern, dem TSV München-Großhadern, messen. Wieder einmal war jetzt vor allem die mentale Stärke des Teams nach diesem Rückschlag gefragt. Um noch eine realistische Chance zu haben, musste das Trainerteam Rex/Markov in die taktische Trickkiste greifen und die Mannschaft auf vier Positionen umstellen. Doch gleich in den ersten Begegnungen konnte durch Siege von Elias Pracht, Manuel Biedermann und Luc Meyer noch einmal das volle Potenzial abgerufen werden. Nun fehlte nur noch ein Sieg, um die erhoffte Medaille in Empfang nehmen zu können. Neben Elias musst jetzt aber auch Max Müller eine Gewichtsklasse höher starten und hatte eine denkbar schwere Aufgebe vor sich. Mit viel Einsatz und den besseren Techniken gelang ihm der entscheidende Sieg nach einem spannenden Kampf über die volle Zeit. Den perfekten Abschluss gelang dann noch Oliver Leistner mit einem schönen Wurf und vorzeitigen Punktsieg, sodass der JC 90 Frankfurt (Oder) die Bronzemedaille bei der Siegerehrung entgegen nehmen konnte.
„Wir sind sehr stolz auf die Mannschaft. Nach diesem Wettkampfverlauf ist der 3. Platz mehr als verdient und spiegelt das aktuelle Leistungsniveau dieses Teams wieder.“ So das Trainerteam als Fazit.
Zum wiederholten Mal zeigt sich die hervorragende Nachwuchsarbeit am Stützpunkt Frankfurt (Oder) mit 4 Podest-Plätzen in den letzten 4 Jahren. Brandenburg konnte durch den Sieg der Potsdamer im Final sogar noch den Titel zum dritten Mal in Folge im Bundesland halten und ist in der Nachwuchsentwicklung über die letzten 15 Jahre mit Abstand der erfolgreichste Landesverband in Deutschland. (Michael Rex)

Mannschaft des JC 90 Frankfurt (Oder):
-50kg: Oliver Leistner (BW Vetschau); -55kg: Luc Meyer (KSC Asahi Spremberg); -60kg: Jannik Bölke (Rathenow), Daniel Kosjanik; -66kg: Max Müller, Manuel Biedermann; -73kg: Elias Pracht; -81kg: Felix Exner

JC90-Damen mussten verletzungsbedingt ihren Start absagen

Auch unsere U18-Damen qualifizierten sich mit starker kämpferischer Leistung einen Monat zuvor für diese Deutsche Meisterschaft. Leider wurde das Team aber im Vorbereitungstraining voll erwischt. Nicht nur, dass die beiden, schon bei der Quali verletzten, Kämpferinnen nicht rechtzeitig einsatzfähig wurden. Es erwischte auch noch zwei weitere wichtige Team-Kolleginnen. So hätten nur noch 4 von 7 Gewichtsklassen besetzt werden können, was bei einer Deutschen Meisterschaft wenig Sinn macht. So konnten unsere JC90-Kämpferinnen leider nur die Zuschauer- und Anfeuerungsrolle für die Jungs übernehmen. Schade, schließlich war es die letzte Deutsche Vereins-Mannschaftsmeisterschaft in der Form und dann auch noch vor heimischer Kulisse.

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