dsc0913106.11.2016, Sportforum Berlin: Entscheidungskampf. Es steht 3:3. Drei Drehungen, dann der Angriff und wenige Sekunden später landet die Gegnerin von Mannschaftskapitänin Lea-Sophie Bastian voll auf dem Rücken. Der Arm des Kampfrichters geht gestreckt in die Höhe. Ippon, voller Punkt! Das ganze Team jubelt, einige Freudentränen fließen. Es ist geschafft! Die U18-Frauen-Mannschaft des Judo-Club 90 e.V. hat sich für die Deutsche-Vereins-Mannschaftsmeisterschaft qualifiziert.

Diesen Sonntag fanden im Berliner Sportforum in Hohenschönhausen die Nordostdeutschen-Vereins-Mannschaftsmeisterschaften der U18 statt. Während die Jungs des Judo-Club 90 e.V. als Titelverteidiger des Vorjahres bereits für die Deutsche Meisterschaft gesetzt sind, müssen sich die Mädels erst noch durch das Qualifikationsturnier kämpfen. Während das in den letzten Jahren keine große Hürde darstellte, hatte diesmal das Team mehrere harte Rückschläge erfahren müssen. Durch die Falschmeldung, dass der JC90 keine Mannschaft stellen will, suchten sich fest eingeplante Gaststarterinnen andere Vereine, für die sie kämpften. Trotzdem schafften es U18-Trainerin Susi Zimmermann und Jugendwart Gregor Wenzel noch rechtzeitig ein schlagkräftiges Team zusammenzustellen, auch weil Eyleen Jahn und Trinity Wenzel, obwohl eigentlich vom aktiven Judosport schon zurückgetreten, sich nochmals für zur Verfügung stellten. Nachdem intensiv für das Mannschaftsturnier trainiert wurde, schlug wenige Tage vor dem Wettkampf dann auch noch das Verletzungspech doppelt zu. Knöchelverletzung bei Vanessa Trajcev (-63 kg) und Knieverletzung bei Kapitänin Lea-Sophie Bastian (+70 kg). Zwei wichtige Punktelieferanten schienen auszufallen und es wurde überlegt, ob es überhaupt noch Sinn macht, mit dieser geschwächten Mannschaft anzutreten. Doch aufgeben kam für das Trainerteam Wenzel/Zimmermann nicht in Frage, denn sie wussten, um die Stärke jeder einzelnen Kämpferin und den Möglichkeiten eines starken Team-Zusammenhalts. Und auch die Mannschaft zeigte sich einig und gewillt, das Bestmögliche aus dieser ungünstigen Ausgangssituation zu machen.
Um das Team noch enger zusammenzuschweißen und so das letzte Quäntchen Mannschaftsstärke herauszuholen, wurde am Vortag der Meisterschaft ein „Team-Tag“ organisiert. Während die einsatzbereiten Kämpferinnen ein Abschlusstraining am Vormittag absolvierten, übernahm die „Reha-Abteilung“ das Kochen eines gemeinsamen Mittagessens. Anschließend ging es noch zum Bowling und ins Kino. „Es war ein sehr gelungener Tag, bei dem viel gelacht wurde und das Team noch enger zusammenrutschte. Vielleicht ist das der entscheidende Faktor, der bei der Meisterschaft über Erfolg oder Niederlage entscheidet.“ resümierte Gregor Wenzel am Ende des Team-Tages. Und er wird Recht behalten.

Am Sonntag war es dann soweit. Mit Vereinsbus und einem PKW ging es nach Berlin. Auch Standort-Verantwortlicher und Vorstandsmitglied Benny Biemüller ließ es sich nicht nehmen, die Mannschaft zu begleiten und zu unterstützen. Um 9.30 Uhr endete in der großen Wettkampfhalle des Berliner Sportforums das offizielle Wiegen und die vielen Kämpferinnen begannen sich zu erwärmen. Die Gegnerinnen wurden in Augenschein genommen und über mögliche Strategien diskutiert. Dann die Auslosung. Nach den vielen Rückschlägen schien wenigstens hier das Glück auf der Seite der Frankfurter und brachte ein Freilos. Damit ging es sofort ins Halbfinale, wo aber die starken Oranienburger warteten. Vor Beginn des Kampfes sammelte sich das Team nochmal im Kreis und besprach das Vorgehen. Dann wurde der Team-Spruch und das selbst gesetzte Kampf-Motto gerufen. „JETZT ERST RECHT!“ schallte es durch die gesamte Wettkampfhalle und es ging los. Die jungen Frankfurterinnen zeigten von Anfang an, dass sie um jeden Preis das Finale erreichen wollten und kämpften sich fast in eine Art Rausch. Sieg um Sieg fuhr das JC90-Team ein und schnell stand es 6:0. So konnte Lea-Sophie Bastian ihr Duell wegen der Knieverletzung kampflos aufgeben und alle freuten sich über den sensationellen 6:1-Sieg und den damit verbundenen Finaleinzug. Hier warteten die Titelverteidigerinnen und ewigen Rivalinnen des UJKC Potsdam. Obwohl alle ihr Bestes gaben, reichte es hier leider nicht zu einem Sieg. Mit 5:2 musste man sich dem starken Team geschlagen geben werden. Bitter, denn der 2. Platz reichte nicht, wie sonst üblich, für die Qualifikation. Es musste sich jetzt erst noch gegen den Gewinner der Trostrunde durchgesetzt werden. Es kam zum Stadtduell zwischen dem Judo-Club 90 e.V. und der PSV Frankfurt. Wahrscheinlich noch etwas zu enttäuscht von der Niederlage gegen Potsdam und der damit verschenkten sicheren Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft, legte das JC90-Team einen klassischen Fehlstart hin und musste einen 2:0-Rückstand hinnehmen. Valentina Stengel (-52kg) schaffte es dann mit viel Kampfgeist den ersten Sieg zu erzielen. Marie Grohn kämpfte gegen ihre Trainingskollegin bis zu Erschöpfung, lag am Ende aber denkbar knapp zurück und so stand es 3:1 für den PSV, wodurch sich das JC90-Team keine Niederlage mehr erlauben durfte. Umso stärker wurden Eyleen Jahn (-63 kg) und Lea Briesemann (-70 kg) angefeuert. Es half. Beide Kämpferinnen gaben nochmal Vollgas auf der Matte und konnten mit unbedingten Siegeswillen den Ausgleich zum 3:3 erzielen. Aber die letzte JC90-Kämpferin war die am Knie verletzte Mannschaftskapitänin. Bitter, denn das Aufgeben von „Basti“ würde gleichzeitig die Niederlage des Teams bedeuten und die Deutscher Meisterschaft wäre verpasst. Die Kapitänin betrat die Matte und während einige sich schon mit der Niederlage versuchten abzufinden, entschied „Basti“ sich trotz Verletzung in den Dienst der Mannschaft zu stellen und den Kampf anzunehmen. Um nicht unnötig lange zu kämpfen, setzte die JC90-Kämpferin alles in ihren ersten Angriff und warf ihre Kontrahentin bereits nach wenigen Sekunden voll auf den Rücken! Riesen Jubel und gegenseitige Umarmungen und Freudensprünge auf Seiten des JC90 waren die Folge! Lea-Sophie Bastian zeigte, warum sie das Amt der Mannschaftskapitänin mehr als verdiente und wurde zur Team-Heldin. Dank der starken Leistung und dem nötigen Team-Zusammenhalt, schafften die JC90-Mädels den Sprung zur Deutschen Meisterschaft.
Ein großes Dankeschön geht an alle Unterstützer auf diesem schweren Weg. Auch an Dr. Frenzel und Physio-Therapeut Oliver Lodtka, die dazu beitrugen, dass Basti den alles entscheidenden Punkt erkämpfen konnte.
Weiter so Mädels! Wir sind stolz auf euch. Mit diesem Kampfgeist ist auch in 4 Wochen bei den Deutschen Meisterschaften einiges möglich.“ so Susi Zimmermann.
Jetzt heißt es, weiter fleißig trainieren und die Verletzungen möglichst schnell auszukurieren um voll einsatzbereit zu sein.

Das U18w-Team:

-44 kg Annelie Richter (KSC Asahi Spremberg)
-48 kg Trinity Wenzel
-52 kg Valentina Stengel
-57 kg Marie Grohn
-63 kg Eyleen Jahn / Vanessa Trajcev (JSV Bernau)
-70 kg Lea Briesemann (JC Kyoko Jänschwalde)
+70 kg Lea-Sophie Bastian

Termine

Es gibt keine bevorstehenden Veranstaltungen.

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